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Carsten Rößling ist ein Künstler und ein Christ. Und deshalb kann beim Streifzug durch sein künstlerisches Schaffen auch auf seine Denkweise geschlossen werden. Das heißt, von der Art bestimmter Kunstwerke kann der Betrachter auf das „Innere“ des 31-jährigen Lampertheimer Künstlers schließen. Nämlich auf den Glauben. Gerade bei jungen Menschen ist es nicht immer selbstverständlich, dass sie unter Einsatz von großer Energie mit kraftvollen Schritten den christlichen Weg gehen und dabei den guten Draht zu Gott halten. Carsten Rößling bringt als katholischer Christ schon einiges an Glaubenserfahrung mit. Jetzt wollte er mehr über das Lukas-Evangelium erfahren. Während eines Steinbildhauerkurses bei Holger Schinz-Sauerwein, der Evangelischen Lukas-Gemeinde, hat er sich stärker mit dem Christentum und dem Evangelisten Lukas, den Verfasser des Evangeliums und der Apostelgeschichte befasst. Das Erlebnis hat er in seiner Arbeit umgesetzt und Lukas als Skulptur in Sandstein gehauen. Doch die Plastik ist mehr als nur ein Werk aus Stein. Sie gibt Auskunft über das Denken des Künstler, denn er hat seinen Glauben in Form gefasst und nach außen hin sichtbar gemacht. Seine große Leidenschaft gilt jedoch einem weiteren natürlichen Rohstoff, dem Bearbeiten von massiven Holz. Zum einen, weil er das älteste Baumaterial der Menschheit in der Kunst modern in Szene setzen kann und zum anderen, weil er sich von der Schönheit des Holzes inspirieren lässt. Die Ideen keimen und reifen in ihm durch die Wuchsform eines Baumstammes, der Maserung oder Farbe. Mit der Kettensäge verwirklicht er dann seine kreativen Vorstellungen und präsentiert einer breiten Öffentlichkeit seine vielfältigen künstlerischen Werke auf den unterschiedlichsten Ausstellungen. Auch dem evangelischen Pfarrer Mario Hesse-Keil ist die Wirkungsweise des Künstlers Rößling ein Begriff. Er war auf der Suche nach einem Kreuz für die Kapelle im Seniorenzentrum Dietrich-Bonhoeffer-Haus und sprach Carsten Rößling zur Fertigung dieses heiligen Symbols an. Das Kreuz als Zeichen, weiß der junge Künstler, ist schon aus vorgeschichtlicher Zeit bekannt und bei den unterschiedlichsten Völkern nachzuweisen. Dabei ist das Lateinische Kreuz (Passionskreuz) die häufigste und typische christliche Kreuzform. Sie symbolisiert den Opfertod von Jesu Christi. Aber auch die Verbundenheit des Menschen mit der Erde und den Mitmenschen (waagerechte Achse des Kreuzes), sowie mit dem Göttlichen (senkrechte Achse des Kreuzes). Wobei der Längsbalken länger ist als der Querbalken, der oberhalb der Mitte den Längsbalken kreuzt. Für Carsten Rößling ein faszinierender Auftrag, bei deren Ausführung ihm Pfarrer Hesse-Keil jegliche künstlerische Freiheiten ließ. Für den Künstler war der Arbeitsbeginn mit der Anfertigung einer Drei-D-Skizze bis hin zum fertigen Kunstwerk ein besonderer Weg, auf dem er seinem Glauben nachspürte und das Erlebte individuell schuf. So flossen Schöpfung und das Schöpferische zusammen. Der junge Künstler lernte bei der Arbeit Gott und sich selbst besser kennen und lebte im Handwerk seinen Glauben.
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