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Martin Würfl
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Martin Würfl Grafiker, Maler, Musiker, Veloreisender und seit 2001 Wahl-Zürcher. Geboren am 14.12.1962 in Oberviechtach. Aufgewachsen in Ostbayern. Nach dem Abitur Umzug nach München und Grafik-Design Studium an der Fachhochschule München. Abschluss als Dipl. Grafik-Designer.
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Ausstellungen:
1.3. - 27.5.2006 Aquarell-Ausstellung in der Galerie Bopp-Art in Unterbözberg
4.2. - 25.2.2006 Aquarell-Ausstellung in der Galerie Frankengasse Zürich
November 2005 Teilnahme an der Ausstellung "Landscapes" im Castello Estense in Ferrara. Auszeichnung mit dem Jury-Preis Premio Artista Emergente
2004 Kronengalerie, Zürich
2003 Galerie Frankengasse, Zürich
2001 Kronengalerie, Zürich
Seit 1984 Einzel- und Gruppenausstellungen in München, Regensburg, Weiden und Coburg, Galerie Jürgen Rolle, München, Galerie M-Design, München, Jahresausstellung "Kunst & Handwerk" des Kunstvereins Rosenheim, Allianz Galerie, München
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Geben wir uns nicht gerne der Illusion hin, unser eigenes Leben kontrollieren zu können? Und zwar möglichst zu hundert Prozent? Das ist natürlich, das ist logisch, solche Regungen kennt wohl jeder! Doch eigentlich wissen wir ganz genau, dass dieses Unterfangen (auch wenn es noch so verlockend sein mag) reine Utopie ist. Wir alle sind mit derselben Binsenweisheit konfrontiert, in der gleichen banalen Realität gefangen: unsere Luftschlösser und Wolkenkuckucksheime erweisen sich schnell als Kartenhäuschen, die bei starkem Luftzug in sich selber zusammen fallen. Lediglich Windstärke und Windrichtung, bei denen sie schliesslich zusammen stürzen, mögen individuell unterschiedlich sein. Und wenn wir es schliesslich doch schaffen, unsere Ziele zu erreichen, so sehen wir uns am Zieleinlauf unverhofft mit Begleiterscheinungen und unerwarteten Nebenwirkungen konfrontiert, mit denen keiner gerechnet hat, am allerwenigsten wir selber: wie fühlt es sich wirklich an, ein Ziel zu erreichen? Fühlen wir uns dann so glücklich und befriedigt und berauscht, wie wir es uns vorher in unserer Fantasie ausgemalt haben - oder ist es dann vielleicht sogar schon belanglos geworden, weil der Weg eigentlich das Ziel war?
Seit ich mich mit Aquarellmalerei beschäftige, war es immer meine Intention, diese Technik zu einem möglichst hohen Prozentsatz kontrollieren und beherrschen zu können, sie mir gewissermassen untertan zu machen, um sie dann genau meinen jeweiligen Vorstellungen entsprechend einzusetzen. In den letzten Jahren hat dieser Ansatz jedoch langsam seine Bedeutung verloren. Ich verstehe Aquarell inzwischen als ein Medium, dass es mir ermöglicht, konstruktiv den Zufall in mein Konzept mit einzubeziehen, der Interaktion von Farbe mit viel Wasser freien Raum zu gewähren und einerseits das Entstehende zu lenken, mich an anderer Stelle aber auch neugierig zurückzulehnen und zu staunen und zu betrachten, wie alles eine Eigendynamik entwickelt und Strukturen entstehen, die ich mir in meiner Phantasie nie hätte ausmalen vermögen und die nur durch ein Loslassen zum Vorschein kommen. Dieses bewusste Miteinbeziehen des Zufalls und die Freude und Neugierde darauf, was denn letztendlich wirklich für ein Endprodukt entstanden ist, machen für mich im Augenblick die Faszination an dieser Technik aus.
Mehr als zwei Jahrzehnte lang existierten in meinem Werk abstrakte Malerei und relativ naturalistische Landschaftsmalerei als voneinander völlig getrennte Zweige, die sich zwar gegenseitig befruchteten und beeinflussten, ansonsten aber nur wenig miteinander zu tun hatten. Während ich mir mit Hilfe der Landschaftsmalerei ein Bild der äusseren Welt malte und mich mit Perspektive und Lichteinfall auseinandersetzte, ging es mir bei meinen abstrakten Arbeiten darum, meine innere Welt zu erforschen und mir gewissermassen einen Atlanten oder Landkarten jener Gegenden zu zeichnen, zu denen uns der Zugang oft nur schwer gelingt.
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