Zeichnen hilft - Cartoons von Jules Stauber

Im Cartoonforum: Stauber revisited
Mit Hélène Becquelin, Laura Jurt, Gabi Kopp, Lika Nüssli und
Corinne Rey (Coco)

16.3.–26.5.2013

Sinnliche Fantasien, präzise Beobachtungen, elegantes Handwerk
und leiser Humor: Der Schweizer Cartoonist Jules Stauber (1920–
2008) war ein grosser Meister der kleinen Form. Die Ausstellung
«Zeichnen hilft. Cartoons von Jules Stauber» im Cartoonmuseum
Basel präsentiert den Zeichner mit den europäischen Zeitgenossen
Bosc, Chaval, Flora und Sempé und Künstlern der Satirezeitschrift
«Nebelspalter».

Im Cartoonforum spinnen fünf aktuelle Zeichnerinnen Arbeiten
Staubers zu Beziehungsthemen weiter und verweben diese mit
der Gegenwart.

Ob Philosophie, Gesellschaft, Arbeit oder Beziehungen – so gross
wie die Vielfalt von Jules Staubers Themen ist die fast schon wis-
senschaftliche Akribie, mit der er diese in unzähligen Variationen
untersucht und auf den Punkt gebracht hat. Anlass der Ausstellung
ist denn auch die Schenkung eines Teils des Nachlasses aus einem
Werk von gegen siebzehntausend kleinformatigen Metaphern. Jules
Stauber soll als Zeichner gewürdigt und gleichzeitig als Vertreter
seiner Zeit gezeigt werden. Deshalb werden seine Arbeiten abwech-
selnd mit Werken
anderer Schweizer Zeichner aus der renommierten Satirezeitschrift
«Nebelspalter» und Originalen grosser europäischer Cartoonisten
präsentiert. Allen gemeinsam sind die Merkmale des heute als klas-
sisch angesehenen Cartoons: ein reduzierter, stilisierter Strich, über-
legt und zurückhaltend mit der Tuschfeder gesetzte Linien und
Schraffuren, der weitgehende Verzicht auf Farbe und Effekte, der
hintersinnige, feine Humor.

Ein gesellschaftspolitischer Dauerbrenner und ein ebenso spannen-
des wie herausforderndes Inspirationsfeld für kritische Zeichnerinnen
 und Cartoonisten ist die Definition der Geschlechterrollen. Ein erklär-
tes Lieblingsthema Staubers, das im zweiten Teil der Ausstellung im
Mittelpunkt des Interesses der fünf heutigen Zeichnerinnen Hélène
Becquelin, Laura Jurt, Gabi Kopp, Lika Nüssli und Corinne Rey (Coco)
steht, die sich mit seinen Arbeiten auseinandersetzen.

Dekorateur, Grafiker, Illustrator, Cartoonist
Jules\n Jean-Pierre Stauber wurde am 3. April 1920 in Montreux Cla-
rens (CH) als\n Sohn eines deutschen Vaters und einer Schweizer
Mutter geboren. Nach \nder Ausbildung zum Dekorationsgestalter
zog er 1939 als 19-Jähriger nach\n Berlin, um zu arbeiten, und wur-
de noch im selben Jahr in die Wehrmacht \neingezogen. Nach Kriegs-
ende und seiner Entlassung aus der \nKriegsgefangenschaft liess er
sich in der Nähe von Nürnberg (DE) nieder,\n arbeitete als Schriften-
maler und Dekorateur und besuchte die \nGestaltungsklasse der Be-
rufsoberschule. Neben seinen Aufträgen aus \nGrafik und Illustration
und fasziniert von der humoristischen Zeichnung,\n arbeitete er bald
darauf als freiberuflicher Cartoonist für Zeitungen, \nZeitschriften und
Wochenblätter. Für die Schweizer Satirezeitschrift \n«Nebelspalter»
arbeitete er von 1956 bis 1993. Jules Stauber heiratete \n1955 die Ma-
lerin und Grafikerin Christa Kunze, das Paar hatte zwei \nKinder. Stau-
ber veröffentlichte in über 200 Büchern und stellte seine \nArbeiten re-
gelmässig international aus. Sein Werk wurde mehrfach \nausgezeich-
net. In der Schweiz populär waren seine feinsinnigen Cartoons \nin der
«Weltwoche» und im «kleinen Nebelspalter». Jules Stauber
zeichnete und publizierte bis weit ins Pensionsalter.


Ausstellungsdaten

Ausstellungsdauer:
16.3.–26.5.2013
Vernissage: Freitag, 15.3.2013, 18.30 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 14–18 Uhr
Samstag/Sonntag: 11–18 Uhr
29.3.2013 geschlossen

Kuratorin:
Anette Gehrig, Basel
© Jules Stauber
© Lika Nüssli, 2013
© Jules Stauber
© Hélène Becquelin, 2013
© Paul Flora