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Deutschland

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Celso Martinez Naves Porträt

Celso Martinez Naves
Celso Martinez Naves
Im Zwielicht (a media luz)

An der Grenze zwischen:
Wirklichkeit - Erscheinung
hell - dunkel
Tag - Nacht
Nacht - Morgen
real - abstrakt
klassisch - modern
irgendwo - nirgendwo
konkret - allgemein
klar - atmosphärisch
deutlich - vage
Zwischenraum - Zwischenzeit
stehen
weiter gehen
 
Kunst kommt von Können und nicht von Wollen. Sonst hieße sie Wunst!
Max Liebermann
Unterwegs
Dem Licht, wo es sich am meisten behaupten muss und wo man es am nötigsten hat, in der Dunkelheit, gilt das größte Interesse in meinen Arbeiten.
In Havanna ist es durch die Energierestriktion spärlich. Ganze Straßenzüge sind dunkel, hier und da eine fahle Laterne, ein Hotel oder ein schwach beleuchteter Balkon.
Umso geheimnisvoller sind dort die Schatten und umso ersehnter die Lichtquellen.
Dafür protzt bei Tag die Helligkeit im Überfluss.
Die gleißende Sonne des Mittags lässt das Leben erstarren bis die Abenddämmerung jäh hereinbricht, etwas Kühlung bringend, so dass die Straßen und Hausportale sich wieder bevölkern.
Das Licht muss sich durch die Abgasschwaden der veralteten Dieselmotoren kämpfen.
Die feuchte Luft vibriert im Takt der fröhlichen Salsa-Rhythmen, die nachts aus allen Ecken schallen.
Mit dem Zwielicht der Morgendämmerung, das sich in dem dampfenden Dunst der Nacht reflektiert, steigt ein Schleier auf, der alle Konturen verwischt.
Aus diesen Ereignissen schöpfe ich Motive für meine Malerei.
Und ...
... aus der Üppigkeit der Natur, aus den mit wunderlichen Palmen dekorierten fruchtbaren Landschaften, aus der vielfältigen Farbigkeit, Dichte und Fülle der Tropenwelt,
... aus den nachhaltigen Erinnerungen einer seltsamen Reise durch ein rückständiges aber reizvolles Marokko, aus den überfüllten Straßen und den pittoresken Souks voller Farben und nicht immer angenehmen Gerüche,
... aus dem erwachenden Madrid mit der schattigen und verspielten Architektur unter dem klaren und trockenen Himmel der Hochebene und deren Spiegelung in den nassen Straßen, die nächtlich berieselt werden, um Staub und Abgase auszuschwemmen,
... aus dem Berlin von heute mit seiner Polarität zwischen Tradition und Streben, wo sich das Flanieren und die Beschaulichkeit in den alten Vierteln mit der Hektik und Geschäftigkeit der transparenten und weiträumigen, jüngst erneuerten Orte, tolerant vermischen. Alles immer eingerahmt vom Wasser irgendeines Sees, Flusses, Kanals oder irgendeiner Pfütze,
... aus dem tiefen und satten Grün des modellhaften deutschen Waldes sowie aus der Aufgeräumtheit und Bestimmtheit der Kulturlandschaft,
... aus der feuchten und schweren Luft des Nebels in Asturien oder aus der reinen und aromatischen Atmosphäre in den unendlichen Ebenen von Kastilien,
... aus den phantasmagorischen Industrieanlagen, die trotz deren imposanter und dramatischer Erscheinung, eher menschliche Maßlosigkeit und melancholische Verlassenheit reflektieren,
... aus den weiten Betonlandschaften der Flughäfen mit bunten Leuchten und enormen Flutlichtern, die sich auf der regennassen Piste reflektieren, aus der Ferne des Rollfeldes, wo große Airbusse mit den Luftschichten verschmelzen,
... aus den dämmerigen Häfen, wenn alles zu Lichtern und Reflexen wird, das Wasser und die Nacht.