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Deutschland

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Dieter Bruhns Ausstellungen

Schnurfiguren und Scherben

20.7.2009 - 1.8.2009

Werkstattgalerie "Atelier eigenArt", Glockengiesser Str.28
Von "Bindung und Bruch" erzählen die Werke des Lübecker Künstlers Dieter Bruhns, 1949 in Lübeck geboren, seit 1998 freischaffender Künstler, internationale Ausstellungen von 2000-2009 , Malerei/Collage, Plastik/Skulptur, Computerkunst

Ob psychologisch deutend, bildnerisch plaudernd oder philosophisch anspielend,
immer schwingen vielschichtig bedeutsame Elemente in seinen Werken mit.
Strukturen, Oberflächen suchen optisch-haptisch nach Tasterfahrung, die das Begreifen im Kindesalter spiegelt. Erzählerisch mutet mitunter die Komposition in den Collagen an, wo sich reale Gegenstände begegnen, sich arrangieren, spielen zanken, zusammen neue Bedeutung erfahren...

In dem Ausstellungsraum der Galerie "eigenArt", Glockengiesser Straße 28, werden Bilder, Skulpturen und digitaleArbeiten gezeigt.
Die Bildwerke im "MemoryFormat" 30x30cm spielen das Thema der Ausstellung "Schnurfiguren&Scherben" durch, während Skulptur und ComputerKunst zitierend und entwickelnd in tiefere Schichten von Bindung und Bruch dringen...

Dieter Bruhns beschränkt sich technisch und materiell nicht auf bereits Erlerntes.
Stillosigkeit könnte man ihm vorwerfen, weil seine Kunst sich nicht festmachen lässt an künstlerischer Technik, Gestaltungsprinzip und Materialauswahl. Vergeblich sucht man, sie in bekannte "mainstreams" einzuordnen. Das Experiment, der Zufall und die gestalterische Neugier führen ihn auf immer neue Wege. In der Montageplastik zum Beipiel werden Materialien wie Metall, Stein, Holz kombiniert. Ihre unterschiedliche Struktur, Formbarkeit assoziieren die Rolle in der Komposition und fügen sich im multiplen Gebilde.
Konstant sind Bruch mit Erprobtem und Bindung an gerade Entdecktes.
So bieten ihm die "neuen Medien" nicht allein Ausstellungsfläche, sondern zugleich die digitalen Mittel und den virtuellen Bereich als Experimentierfeld für seine Kunst. Fotografie 1:1 steht oft am Beginn der künstlerischen Arbeit. "Die Bandbreite und die Effizienz digitaler Bearbeitung von Fotos bringen mich ins Schwärmen..." Scriptarbeit anmiert Bildgegenstände, Lauftexte kombinieren Bildhintergrund und poetische Zeilen, in Sequenzen werden Text, Bild, Bewegung in Diashows vermählt und dem Betrachter die interaktive Rolle zugewiesen."Mich reizen als Mathematiker die Kopfarbeit in der Gestaltung und als Künstler der Zufall und seine Erscheinungsformen gleichermaßen."
sagt der Künstler und knüpft damit an OP-Art, gleichermaßen auch an Fluxus oder Concept-Art an. Die Palette digitaler Gestaltungsarbeit ist riesengroß. Das führt dazu, dass der Zufall in der Bearbeitungssequenz eine bestimmende Rolle übernehmen kann und die Ergebnisse sich fundamental unterscheiden, obwohl Ausgangsmaterial und Bearbeitungsprogramm übereinstimmen.
Der Künstler beschreibt seine digitale Gestaltungsarbeit so:

"Erst eins dann zwei dann WiegeSchritt:
SchnippelAuslauf, PixelTrip,
EffekteStep dann RaspelSchlittern
FarbLeuchtDreh und SpiegelZip,
SoftGuckJump und LichterGlittern,
AusFallHüpf folgt RubbelLaufen,
UmFormHops zum HaareRaufen.
SpeicherKlick, schnell hochgeladen
AbSturz auf der Zielgeraden...
"Kunst auf Knopfdruck" - mir wird schlecht!
denn das "Bild" ist nicht mal echt,
sondern bloß so - achherrjeh!
'ne Idee..."

"Wir alle sind Experten auf dem Gebiet des Dilettantismus. Oft werden wir für professionell gehalten,
weil ein hoher Grad an Routine unsere Arbeit bestimmt."
meint Bruhns als Anspielung auf die Frage nach seinem Status in der Kunstwelt.
Gefragt, was denn nun seine "message" in den gezeigten Werken sei, schweigt er sich aus.
Statt dessen erklärt er: "Ich liebe meine Arbeit und kann stolz darauf sein,
wenn ich Menschen dadurch sensibel mache:
empfindlich für wasauchimmer..."

"hortusDetrimenti"