Diane Arbus

Diane Arbus
03.03.2012 - 28.05.2012
(Halle + Galerie + Seminarraum)


Diane Arbus (New York, 1923 – 1971) hat die Kunst der Fotografie revolutioniert. Mit ihren
kühnen Sujets und ihrem fotografischen Zugang schuf sie ein Werk, das in seiner Unver-
fälschtheit und im unentwegten Zelebrieren der Dinge, so wie sie sind, oftmals schockiert.
Ihre Gabe, die uns besonders vertraut erscheinenden Dinge in etwas Fremdes zu verwan-
deln und das Vertraute im Exotischen aufzudecken, erweitert unser eigenes Selbstverständ-
nis. Die meisten ihrer Sujets findet Arbus in New York – einer Stadt, die sie sowohl wie
etwas Vertrautes als auch wie ein fremdes Land erkundet und dabei die Menschen foto-
grafiert, denen sie in den 1950er und 1960er Jahren begegnet. Für sie ist die Fotografie
ein Medium, das sich mit den Fakten anlegt.
Ihre zeitgenössische Anthropologie – ihre Porträts von Paaren, Kindern, Jahrmarktartisten,
Nudisten, Mittelklassefamilien, Transvestiten, Eiferern, Exzentrikern und Prominenten – stellt
eine Allegorie der menschlichen Erfahrungen dar, eine Erkundung der Beziehung zwischen
Schein und Identität, Einbildung und Glauben, Theater und Realität.
In dieser grossen Retrospektive zeigt das Fotomuseum Winterthur eine Auswahl von zwei-
hundert Fotografien, die es ermöglichen, die Ursprünge, den Umfang und das Streben einer
ganz originellen Kraft in der Fotografie kennenzulernen. Die Ausstellung enthält neben den
berühmten Aufnahmen auch zahlreiche Bilder, die noch nie öffentlich ausgestellt wurden.
Dabei zeugen selbst die frühesten Arbeiten von der unverwechselbaren Sensibilität der Kün-
stlerin: in einem Gesichtsausdruck, einer Körperhaltung, dem Lichteinfall und der persönlichen Bedeutung von Objekten in einem Raum oder einer Landschaft.

Diane Arbus ist eine Schlüsselfigur in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Im Rahmen
dieser grossen Retrospektive zeigen wir eine Auswahl von ca. 200 Fotografien aus Privat- und
Museumssammlungen mit ihren berühmtesten Bildern, aber auch weniger bekannten und kaum
je gezeigten Werken. Die Hängung ist frei von Kommentaren und folgt einzig einem visuellen
Fluss. Der letzte Raum der Ausstellung (Seminarraum, Grüzenstrasse 45) ist einer ausführli-
chen und kritischen Dokumentation von Diane Arbus’ Leben und Werk gewidmet. Das präsen-
tierte Material kann aber trotz seiner reichhaltigen Fülle nicht alle Fragen beantworten. Oder
in den Worten der Künstlerin selbst: „Eine Fotografie ist wie ein Geheimnis eines Geheimnisses.
Je mehr es erzählt, umso weniger erfährt man.“
Die\n Ausstellung wurde vom Jeu de Paume, Paris, und vom Estate of Diane \nArbus
LLC, New York, konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Fotomuseum\n Winterthur,
Martin-Gropius-Bau Berlin und Foam_Fotografiemuseum \nAmsterdam organisiert.
Diane Arbus
A young man in curlers at home on West 20th Street, N.Y.C. 1966 (Junger Mann mit Lockenwicklern zu Hause in der West 20th Street, New York City, 1966)
© The Estate of Diane Arbus LLC
Diane Arbus
Identical Twins, Roselle, N.J. 1967 (Eineiige Zwillinge, Roselle, New Jersey, 1967)
© The Estate of Diane Arbus LLC