Rôsangela Rennó - Strange Fruits

ROSÂNGELA RENNÓ
Strange Fruits
09.06.2012 - 19.08.2012


Rosângela Rennó arbeitet wesentlich mit Fotografien, obwohl sie ihre Sujets nur selten selbst
fotografiert. Stattdessen macht sie sich bereits existierende fotografische Bilder zu eigen, bear-
beitet, gestaltet sie und verschiebt sie in andere Kontexte, andere Bedeutungsebenen. So stiess
sie beispielsweise bei ihren Recherchen im Carandiru-Gefängnis in São Paulo auf eine umfassen-
de Sammlung von Glasplatten und Negativen aus dem frühen 20. Jahrhundert mit Fotos von Täto-
wierungen auf den Körpern der Strafgefangenen. Daraus entstand die mehrteilige Arbeit Cicatriz
(Narbe), bei der sie das Augenmerk auf die privaten Lebensgeschichten der anonymisierten Män-
ner lenkt. Rennó findet oft politisch aufgeladene Wege, ihre Bilder zu präsentieren. Dabei bleibt
ihr Werk zutiefst menschlich, weil sie die Betrachter dazu animiert, sich das Leben anderer Men-
schen vorzustellen; vor allem derjenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen und kaum beach-
tet werden. Für Rennó sind die „Geschichten der Verlierer“ interessanter als „die Geschichte der
Sieger“. Die 1962 in Belo Horizonte geborene Rosângela Rennó gehört zu den bekanntesten zeit-
genössischen Künstlern Brasiliens. Ihre Arbeiten werden international gezeigt, unter anderem an
den Biennalen von Istanbul, Moskau, São Paulo und Venedig. Sie lebt und arbeitet in Rio de Janei-
ro. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Gulbenkian-Stiftung in Lissabon.
Rosângela Rennó
Rogério Reis, Yashica Mat
Aus dem Projekt: A última foto (Das letzte Foto), 2006
Farbfotografie und Fotokamera Yashica Mat 124B, gerahmt (Diptychon), 67,8 x 67,8 x 12,5 cm (Fotografie); 20 x 18 x 12 cm (Kamera)
Sammlung der Künstlerin
Foto: Ding Musa
© Rosângela Rennó
Rosângela Rennó
Menos-valia (Wenigerwert), 2005-2007
Unterschiedliches Fotomaterial auf PVC und Holzrahmen (Triptychon), je 187 x 105 x 15 cm, Sammlung Andrea und José Olympio Pereira
Foto: Cícero Rodrigues
© Rosângela Rennó
Rosângela Rennó
S/título (old nazi) [Ohne Titel (old nazi)], 2000
Aus: Vermelha (Rote Serie), 1996-2003
Digitalfoto (Lightjet) auf Fujicolor Crystal Archive Papier, laminiert, 180 x 100 cm
Sammlung Madalena und Gonçalo Reis
Foto: Rosângela Rennó
© Rosângela Rennó
Rosângela Rennó
Bananeira (Bananenbaum), 2006
Aus der Serie: Frutos estranhos (Seltsame Früchte), 2006, Bild- und Tonanimation auf tragbarem DVD-Player, Länge: 10’, Courtesy Sammlung Sarmento, Estoril, Portugal, Foto: Thiago Barros © Rosângela Rennó
Rosângela Rennó
Apagamento #2 (caixa) [Löschung #2 (Kasten)], 2005
(Detail), Dias in Leuchtkasten aus Holz und Acrylglas, 75 x 135 x 15 cm, Sammlung Américo Marques, Lissabon
Foto: Thiago Barros
© Rosângela Rennó
Rosângela Rennó
Bibliotheca, 2002
Gruppe 6 (Vitrinen 13, 21, 22, 26 und 32)
Vitrinen aus lackiertem Aluminium und Acrylglas mit Digitalfotografie, Fotoalben und Sammlung von Negativen sowie im Iris-Verfahren gedruckter Karte, 80 x 45 x 40 cm; 80 x 45 x 40 cm; 80 x 45 x 40 cm; 80 x 60,5 x 43 cm; 80 x 86 x 69 cm (Vitrinen), 40 x 60 x 4 cm (gerahmte Karte)
Sammlung der Künstlerin / Courtesy Galeria Vermelho
Foto: Ramiro Chaves
© Rosângela Rennó
Rosângela Rennó
Scorpion, 1998
Aus der Serie: Vulgo [Alias], 1998-1999
Digitalfotografie laminiert, 165 x 118 cm
Sammlung Francisco Fino
Foto: César Barreto
© Rosângela Rennó
Rosângela Rennó
Atentado ao Poder (Anschlag auf die Macht), 1992
15 Silbergelatine-Abzüge auf RC-Papier, Acrylglas, Schrauben, grüne Leuchtstofflampen mit selbstklebender Vinylbeschriftung auf der Wand, 320 x 25 x 25 cm, Sammlung Marcantonio Vilaça
Foto: Aníbal Sciarretta
© Rosângela Rennó - Santander Cultural
Rosângela Rennó
Deise Lane, Zorki 11, 2006
Aus dem Projekt: A última foto (Das letzte Foto), 2006
Farbfotografie und Fotokamera Zorki 11, gerahmt (Diptychon), 82,8 x 54,9 x 9,3 cm (Fotografie); 17,5 x 15 x 9,7 cm (Kamera)
Sammlung der Künstlerin, Foto: Ding Musa
© Rosângela Rennó