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Schweiz

Francisco Núñez Porträt

Die Gemälde von Núñez zu betrachten, in einer Zeit, die durch die grosse Vielfalt der Stile und Tendenzen charakterisiert wird, stellt einen eindrücklichen Akt interpretativer Auslegung dar; ihre scheinbare semantische Einheit wird in vergeistigte Mehrdeutigkeit übersetzt, welche nur durch das tiefe Versenken glaubwürdig wird.
Dunkle Gesichter, wiedergegeben in akademischer Sicht, heben sich als thematisch – räumlicher Kern hervor, um das Gesamtwerk mit schweigender Ausdruckskraft zu überfluten.
 
Francisco Núñez
Francisco Núñez
Die Wahl, Kinder und Jugendliche zu porträtieren führt, beim sich Entfernen von der spielerischen Aneignung, die solche Motive generell auferlegen, auf einen wenig begangenen Weg. Sie werden, zu Wunden der täglichen Existenz, welche die freundliche Frische der Gesichter zu einer Dramatik verzerren, geformt durch eine reuevolle Geste, mittels erhabener Pinselstriche oder Verstümmelung der Gesichter. Blicke, die sich auf uns stürzen, das Brennen der Pupille durchkreuzend, um nur Leere zu finden. Es ist die grundlegende These des Werkes von Francisco, unermüdlich den Halt zu suchen, den Punkt des rettenden Lichts, das den Einzelnen nährt und erweckt. Es gibt – vielleicht auch im persönlichen Leben des Autors – einen Sinn in der eifrigen Suche des lebhaften Mienenspiels der Gesichter.
Francisco Núñez
Francisco Núñez
Auf der Basis einer expressionistisch-figurativen Technik spiegelt Nuñéz in dem Porträt die Innenwelt seiner meist „nicht weissen“ Persönlichkeiten wieder. Er bereichert sie unter einem treffenden Farbeinsatz, der grosszügig aufgetragen, eine ganz besondere Atmosphäre in seine Porträtierten hineinbringt. Er dissimuliert nicht ihre phänotypischen Züge in einem sinnlosen „Weissmacher“-Prozess, er re-produziert sie auch nicht auf folkloristische Weise, erwidert keine eingeführten Klischees, die beispielsweise in Bezug auf die Gestalt des Schwarzen gesponnen werden, wo Aspekte in Verbindung mit der afrokubanischen Religion gelegentlich oberflächlich erwähnt und fast immer mit seinem visuellen Bild assoziiert werden, dies wird zum pittoresken und gefälligen Detail, nicht durch das Thema an sich, sondern durch die Art, in der seine Darstellung vollendet.
Francisco Núñez
Francisco Núñez
Francisco Nuñéz nutzt das Porträt, das früher die Elite als Statussymbol benutzte, um auf bestimmte Weise eine Haltung, die sich von diesem und anderen Persönlichkeiten differenziert, als gültig zu erklären. Es gelingt ihm durch die besondere Heraushebung der Augen seiner Porträtierten einen direkten Dialog zwischen Werk und Rezipienten herzustellen, wodurch er in jedem Bild einen einen einmalig typischen Blick erreicht.
Francisco Núñez
Francisco Núñez
Mit der Mischung des figürlichen Realismus und des abstrakten Expressionismus gelingt es Núñez eine einmalige Vereinigung zu schaffen. Mit seinen feinfühligen oder aber auch aufschreienden, anklagenden Werken hat er viele Kunstliebhaber in seinen Bann gezogen.