Schraffurhaus Zug - Fritz Hauser mit Boa Baumann

9. Juni bis 18. August

Das SCHRAFFURHAUS ZUG folgt auf das KLANGHAUS ZUG, das mit grossem Erfolg von
Dezember 2011 bis März 2012 Klang- und Rauminstallationen von Fritz Hauser in Zusammen-
arbeit mit Boa Baumann und Brigitte Dubach im Kunsthaus Zug präsentierte. Zusammen er-
geben beide ein Projektganzes.

SCHRAFFURHAUS ZUG treibt die klangliche und räumliche Inbesitznahme des Kunst-
hauses noch einen Schritt weiter und benutzt die Wände und Decken, die Böden und Kan-
ten als eigentliche Instrumente. Die aufgezeichneten Schraffur-Geräusche werden an zen-
tralem Ort in verdichteter und überlagerter Form abgespielt und verteilen sich von dort in die
leeren, nur vom wechselnden Tageslicht erhellten Räume. Überall wird man andere Hörein-
drücke erleben, die Räume tragen mit ihren Resonanzen und Reflektionen zum akustischen
Spaziergang bei. Bei Annäherung an das Zentrum der Installation wird der Geräuschkosmos
als dreidimensionale, begehbare Klangskulptur erfahrbar. Die Fenster des Kunsthauses sind
leicht geöffnet, Aussengeräusche hörbar, der Blick bleibt im Innern. Aufbauend auf den po-
sitiven Erfahrungen von KLANGHAUS ZUG wird SCHRAFFURHAUS ZUG ein Motiv der ers-
ten Ausstellung als einziges Thema breit ausführen und weiter entwickeln.

Fritz Hauser wird während der Ausstellungsdauer weitere Tonaufnahmen machen und in die
prozessuale Präsentation integrieren. Erst gegen Ende wird diese demnach „fertig“ sein und
animiert daher zu mehreren Besuchen.

Die zur Ausstellung stattfindende Konzertreihe ist als Erweiterung der Gesamtinstallation
angelegt. Die musikalischen Aktionen finden im ganzen Haus statt. Klänge bewegen sich,
kommen um die Ecke, entfernen sich. An den Samstagen im Juni und August wird das
Kunsthaus auch während des Eindunkelns bis 23.00 Uhr geöffnet sein, der Raumklang ver-
dichtet sich im verschwindenden Licht.

Der Eingang ist bereits Teil der Ausstellung. Die dort üblicherweise präsentierten Kunstkar-
ten und Publikationen wandern für ein Mal in den Südtrakt, wo auf grosser Fläche sämtliche
in den letzten 23 Jahren der Ära Haldemann entstandenen Publikationen und Künstler-Pla-
kate, sowie das gesamte Kunstkartenangebot ausgestellt und zum Verkauf angeboten wer-
den. Dazu passend werden im Untergeschoss eine Vielzahl von Werken aller Art aus der
Sammlung in Petersburger Hängung gezeigt, die das Ausstellungsprogramm seit 1990 wie-
dergeben.

Boa Baumann und Fritz Hauser haben die Kunsthaus-Bar mit einer permanenten Installation
akustisch verbessert und zugleich für Veranstaltungen und Anlässe attraktiver gemacht. Bei-
de pflegen seit vielen Jahren eine intensive Zusammenarbeit. Sie ist ein inspirierendes Bei-
spiel für das Zusammengehen der zueinander in Beziehung gesetzten Disziplinen Architek-
tur und Musik.

Fritz Hauser entwickelt Soloprogramme für Schlagzeug und Perkussion, die er weltweit zur
Aufführung bringt. Medienübergreifende Arbeiten im Bereich Architektur, Theater, Tanz und
Oper. Kompositionen für Schlagzeugensembles und -solisten, Klanginstallationen, Radiohör-
spiele, Musik zu Filmen und Lesungen. Fritz Hauser hat die Werke verschiedener Komponist-
Innen zur Uraufführung gebracht und spielt mit improvisierenden MusikerInnen rund um den
Globus. 2012 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Basel.

Kurator: Matthias Haldemann
Josef Herzog, o.T., 1975
Egon Schiele, Landschaft, 1918
Christian Lichtenberg, Ausschnitt