Sovak - Erste Schweizer Museumsretrospektive

Kunsthaus Zug würdigt das Lebenswerk des Künstlers aus der Zentralschweiz
5. März bis 29. Mai


Pravoslav Sovaks Werk wurde in Europa und den USA durch viele Ausstellungen und umfangreiche Publikationen seit den 1960er-Jahren bekannt und ist in bedeutenden Museumssammlungen vertreten. In der Schweiz aber ist der Künstler trotz mancher Ausstellung weitgehend ein Unbekannter geblieben. Das Kunsthaus Zug zeigt rund 250 Arbeiten von den 1940er-Jahren bis 2012.

Mit Pravoslav Sovak, geboren 1926 in Vysoké Mýto, stellt das Kunsthaus Zug das ebenso umfangreiche wie vielseitige Gesamtwerk eines Weltbürgers aus der Zentralschweiz vor. Sovak lebt nach dem Umzug aus der ehemaligen Tschechoslowakei seit 1969 erst in Luzern, dann in Hergiswil. Von 1975 bis 1991 war er Professor für Freie Grafik in Köln.

Reiches Lebenswerk
Seit den 1950er-Jahren nimmt Sovaks Oeuvre eine eigenständige künstlerische Position ein. Bezüge vom Kubismus über die Pop Art und Konzeptkunst verdichteten sich in seinem reichen Lebenswerk, das auch den Dialog mit den alten Meistern sucht. Früh beeindruckt wurde er von Adolf Loos, dem Prager Kubismus und von Franz Kafka. Sovak setzte sich in seiner Grafik mit der gewaltsamen Niederschlagung des ‚Prager Frühlings’ auseinander,
dann wurde die Weite der Wüsten Nevadas, Arizonas und Kaliforniens für sein Schaffen prägend (zeitgleich mit der amerikanischen Land Art). Während Jahrzehnten beschäftigte er sich mit dem Thema Stadt (Prag, Paris, New York) und realisierte „Museumsblätter“ in den Sammlungen von London, New York oder Philadelphia, reiste in die Landschaften Chinas und kehrte mit der Digitalkamera 2006/7 zu seinen Wurzeln in die Böhmischen Wälder zurück. Verschiedene Wege mäandern durch sein ebenso konzentriertes wie offenes Werk.

So sammeln seine neuen Collagen die unterschiedlichsten Spuren eines langen
Künstlerlebens zwischen Ost und West, das einem eigenen Rhythmus folgt und sich dem Diktat des Kunstbetriebs zu entziehen sucht.

Sovaks Schaffen wird seit langem in Ausstellungen namhafter Museen und Galerien in Europa und den USA gezeigt und in Publikationen aufgearbeitet. Seine Werke sind in bedeutenden Museumssammlungen vertreten – in der Albertina, Wien, im Kupferstichkabinett Berlin, Art Institute, Chicago, Museum Folkwang, Essen, in der Kunsthalle Hamburg oder im Guggenheim Museum und im MoMA in New York. Trotz mancher Ausstellungen in der Schweiz ist es hier bis heute weitgehend unbekannt geblieben. Darüber geschrieben haben u.a. Peter F. Althaus, Manuel Gasser, Václav Havel, Helmut Heissenbüttel, Werner Hofmann, Milan Kundera, Thomas M. Messer, Konrad Oberhuber, Hans-Peter Riese und Werner Schmalenbach.

Das Kunsthaus Zug würdigt den hervorragenden Künstler mit seiner ersten
Museumsretrospektive in der Schweiz, die von Matthias Haldemann in enger
Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipiert wurde. Gezeigt werden rund 250 Arbeiten von den 1940er Jahren bis heute: Druckgrafiken, Zeichnungen, Gemälde, Collagen und Fotografien. Vor dem Hintergrund des Sammlungsschwerpunktes Wiener Moderne stellt das Kunsthaus Zug regelmässig Positionen aus Mittel- und Osteuropa vor (Carlfriedrich Claus, Ilya/Emilia Kabakov, Alfred Kubin, Péter Nádas, Roman Opalka, Pavel Pepperstein). Sovak fügt sich hier ein.

Biografische Angaben
Pravoslav Sovak (*1926)
Pravoslav Sovak wurde 1926 in Vysoké Mýto, Böhmen, geboren. Er studierte an der Keramikschule in Bechyně, der philosophischen Fakultät der Karls-Universität in Prag und der Palacky-Universität in Olmütz. Seine Künstlerische Ausbildung erhielt er auf der Prager Hochschule für Kunstgewerbe. Seit 1969 lebt er in der Schweiz, seit 1978 in Hergiswil/NW. Er ist Schweizer Staatsbürger.
http://www.sovak.ch/biografie.html
Pravoslav Sovak,
Cézanne, 1977,
© Künstler
Pravoslav Sovak,
Walls VII – UN Plaza, 1991,
© Künstler
Pravoslav Sovak,
Beach, 1990,
© Künstler
Pravoslav Sovak,
Regen in Böhmen, 2006,
© Künstler