Artist Member seit 2009
4 Werke
Schweiz

Luana Sacchetti Biografie

<b>Vita e arte - Vita e parole</b>

Menschen werden anhand von Biografien schnell mit Etiketten versehen, die ihnen mitunter ein ganzes Leben anhaften. Rasch wird etwas oder jemand als kurios, bizarr oder aber als faszinierend bezeichnet. In der Kunst bin ich eigenwillig und folge keinem Trend.

Ich freue mich darüber, wenn meine Arbeiten zum Dialog einladen, als kaum definierbar oder schwer zu charakterisieren gelten, beim Betrachter ein Wechselbad der Gefühle auslösen oder einfach nur zum genuss- und lustvollen Betrachten eines Gemäldes einladen.

Die grössten Einflüsse, die meiner Kunst die Bahn gewiesen haben, sind überall dort zu finden, wo sich eine gestalterische Verbindung zwischen Eleganz der Form, Kostbarkeit des Materials, Intensität der Farben und Sinnlichkeit des Ausdrucks vereinen lassen.

Die Malerei ist eine fantastische Dimension, in der man tausende von Leben, Kulturen und Träume leben und verwirklichen kann. Man kann sich über Zeit, Raum und Gesetzmässigkeiten hinwegsetzen und entgegen jeder Logik dem Unwirklichen und Unfassbaren, eine Wirklichkeit verleihen. Ich liebe das Aussergewöhnliche, die Spannung und den sybillinischen Reiz, der zwischen den Dimensionen der Vergänglichkeit, des Zeitgeistes und der Ewigkeit lebt.

Ich liebe den geheimnisvollen Lockruf der Antike, umarme die schier grenzenlose Vielfalt der Moderne und schwelge genüsslich in der Ästhetik einer glühenden Romantik. In meinen Bildern offenbaren sich plastische Ideale und vielleicht geheimnisvolle Innenansichten, die neue Räume schaffen. Eine Biografie ist eine Ansammlung von Erlebnissen und Kuriositäten, in der manchmal eine schillernde Romanfigur lebt. Wenn Sprache meisterhaft eingesetzt wird, kann der Schreibende einen zur Galionsfigur taugenden Protagonisten erschaffen, der des einen Helden oder aber des anderen Scheusal werden kann. Genauso verhält es sich in der Kunst.

In der subjektiven Wahrnehmung lebt die Schönheit, lebt die Anziehung, lebt der Reiz und die Liebe zur Kunst oder zum Kunstschaffenden. Sie ist irrational, geheimnisvoll und oft abenteuerlich.

Wenn Kunst als Sprache der Engel verstanden wird, muss es ein unendlich magischer Augenblick gewesen sein, als das erste Lied gesungen, das erste Gedicht gesprochen, das erste Bild gemalt, das erste Wort geschrieben wurde. Da kam etwas Neues in die Welt, wunderbar, magisch und unvernünftig zugleich. In der Kunst lebt die Magie, die Menschen verzaubert, verändert, bereichert, berührt und rührt. Und - es sind Menschen, die das Zauberhafte ersinnen. In einer weithin entzauberten und rational verstandenen Welt bleibt die Kunst in jeder Erscheinungsform ein unauslotbares Geheimnis. Durch ihre Schönheit wird sie den Menschen stets in ihren den Bann ziehen, auf all das verweisend, was jenseits menschlicher Begrenztheit liegt.

© Luana Sacchetti


Grossartige Geschichten beginnen stets mit einer Vision und einem Traum…

Im zarten Alter von drei Jahren, mit nur einem einzigen kleinen Bleistift und einem Kugelschreiber ausgerüstet, die ich von meiner verzweifelten Mutter der Ablenkung halber in die Hände gedrückt bekam, „verzierte“ ich mit ersten hyroglyphenartigen Symbolen all das, was die Umgebung an potenziellen Malgründen hergab. Ging das Papier aus, kritzelte ich auf unseren Haustapeten munter weiter. La mamma und der damalige Hauseigentümer waren darüber „not really amused“.

Sobald das Embargo über die häuslichen Wände verhängt wurde, „tobte“ ich mich als 3-jährige "Kreativ-Direktorin" an den Holzlatten meines Kajütenbetts weiter aus. Anstatt nachts zu schlafen, tauchte ich mein Schlafgemach in Farbe. Im Gegensatz zu meinen Farbstiften, die immer kürzer wurden, wurden meine Nächte immer länger und meine Lust mein künstlerisches Statement abzugeben, immer grösser.

Die Leidenschaft wuchs und mit ihr der glühende Wunsch, die Schönheit, Stärke, Zerbrechlichkeit und Sinnlichkeit der Frauen auf jedem beliebigen Material, in Wort und Bild festzuhalten. In der Zeichnung, Malerei, Poesie, Fotografie und im schriftlichen Ausdruck fand ich zu einer eigenen künstlerischen Sprache.

Das kleine Mädchen, das unter der einst grössten Kuppel Roms die Kinderträume einer kleinen Künstlerin träumte lebt noch immer in mir. Mit ihr der Wunsch, die Schönheit der Frau, in all ihren Facetten und Erscheinungsformen, auf jedem beliebigen Malgrund, in Wort und Bild festzuhalten.
© Luana Sacchetti