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Marion Harrichhausen-Lukas († 2012) Biografie

Die Kunst als Sprachrohr

Ich male seit 2004 und bin Autodidaktin.
Ich male überwiegend in Acryl, aber auch mit Pastell- und Ölkreide. Darüber hinaus verwende ich in meinen Bildern Materialien, die die Natur oder der Alltag bieten (z.B. Mullbinden, Kaffeesatz, Gewürze, Zwiebelschalen, Muscheln, Laub, Pflaster, Zucker u.v.m.)

Kunst war schon immer ein Interessensschwerpunkt.
Der Auslöser zu meiner eigenen kreativen Gestaltung war die Kunsttherapie. Der künstlerische Ausdruck ist ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung meiner Körper- und Gefühlswahrnehmung geworden.

Malen ist für mich Befreiung, ein Kennenlernen des Innersten und ein stetes Finden meiner Persönlichkeit. In meinen Bildern finde ich mich wieder.

Meine Bilder beinhalten Kraft, Sensibilität und Lebensfreude. Das intensive Selbsterlebnis schlägt sich in der Materialvielfalt, den Farb- und Bildkompositionen nieder. Meine Werke reflektieren da­mit den Facettenreichtum des Lebens. Meine Bilder sollen ein Zeichen der Hoffnung und der Aus­drucksfähigkeit sein.

seit Mai 2007 bundesweit rotierende Ausstellung mit
Little van Gogh - Kunstservice für Gewerbe und Wirtschaft
http://www.littlevangogh.de (hier können Besichtigungstermine vereinbart werden)
2006 Kunst-Aktion gegen sexuellen Missbrauch „Tunnel der Marter“ – und Steyr (September 2006) –
2006 Kunst-Aktion gegen sexuellen Missbrauch „Tunnel der Marter“ – Wien (April/Mai 2006)
2006 Toyota-Autohaus, Siegburg
2006 Atelierausstellungen im KUNSTRAUM bonn (2005-2006 Mitglied der Ateliersgemeinschaft)
2005 Virtuelle Kunstausstellung „Kunst kommuniziert weltweit“
– Kultur-Projekt des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland –
kunstwerke BONN

RZ-Online Artikelarchiv vom 26.06.2009

Therapie öffnete den Weg zur Künstlerin

Für Marion Harrichhausen-Lukas ist die Malerei immer auch ein Blick in den Spiegel - Ausstellung "Facetten" ist im Linzer "Vitalis" zu sehen
Neben der klassischen Ausbildung bei renommierten Malern oder Bildhauern gibt es noch eine ganze Reihe anderer Zugänge zur Kunst. Die Ockenfelserin Marion Harrichhausen-Lukas hat einen davon für sich entdeckt.

OCKENFELS. Sie sprüht vor Lebensfreude. Sie scheint nicht der Typ Mensch zu sein, dem ständig dunkle Wolken den Blick auf die Sonne versperren. Eine Bereicherung für jede Party. Sie wirkt wie der Inbegriff des fröhlichen, rheinischen Gemüts. Das ist jedoch nur die eine Seite der Ockenfelser Künstlerin Marion Harrichhausen-Lukas. Die andere Seite der heute 49-Jährigen, kam vor etwa 20 Jahren nach einem traumatischen Erlebnis zum Vorschein. Das war der Auslöser für eine lange Leidensgeschichte, an deren Ende eine besondere künstlerische Begabung zutage trat.
Marion Harrichhausen-Lukas ist nach dem Schicksalsschlag stark traumatisiert. Schreckliche Geschehnisse in ihrer Kindheit hatte sie zwar komplett verdrängt, nach dem einschneidenden Erlebnis manifestierte sich der Schrecken von damals jedoch und katapultierte die damals 30-jährige Chefsekretärin, die heute Frührentnerin ist, aus ihrem gewohnten Leben. Es folgte Therapie auf Therapie. Und schließlich die erneute Wende. Zumindest im Rückblick stellen sich manchmal eben auch Katastrophen im Leben als wichtige Stationen heraus, die einen Menschen auf den für ihn richtigen Weg bringen können. Für Marion Harrichhausen-Lukas war es die Kunsttherapie. "Da habe ich gemerkt: Malen, das ist mein Ding. Endlich habe ich mich wieder gespürt und wahrgenommen", beschreibt sie ihre Berührung mit der Kunst.
"Kunst war schon immer ein Interessenschwerpunkt", erinnert sich Harrichhausen-Lukas. "Malen beherrscht mich richtig. Ich reagiere dabei sogar körperlich und vergesse Zeit und Raum". Für die Künstlerin, die während ihrer Krankheit das Gefühl hatte, in den Spiegel zu schauen und sich dort nicht wahrnehmen zu können, war das eine unglaubliche Erfahrung. "Malen ist für mich Befreiung, ein Kennenlernen des Innersten und ein stetes Finden meiner Persönlichkeit", sagt sie. "In meinen Bildern finde ich mich wieder, was mir im Spiegel oder auf Fotos sehr schwer fällt. Der künstlerische Ausdruck ist ein wichtiger Bestandteil meiner Körper- und Gefühlswahrnehmung geworden."
Über die Kunst habe sie auch ein neues Selbstbewusstsein entwickelt. "Ich kann mich mit der Kunst auch der Gefahr der Kritik aussetzen. Es ist wichtig, dass es mir gefällt, was ich mache. Ich muss niemandem gefallen."
Seit 2004 malt die Autodidaktin nun überwiegend in Acryl, aber auch mit Pastell- und Ölkreide. "Darüber hinaus verwende ich in meinen Bildern Materialien, die die Natur oder der Alltag bieten, zum Beispiel Mullbinden, Kaffeesatz, Gewürze, Zwiebelschalen, Muscheln, Laub, Pflaster, Zucker. Alles wird auf Bildertauglichkeit hin untersucht", beschreibt sie schmunzelnd die Entstehung ihrer Kunst. Die hat sogar bereits eine große Fangemeinde gefunden. Ausstellung folgt auf Ausstellung. Ihre Bilder werden bei "Little van Gogh", einem Kunstservice für Gewerbe und Wirtschaft, angeboten. Ihre jüngste Ausstellung unter dem Titel "Facetten" ist noch bis zum 15. Juli im Vitalis, dem Zentrum für Physiotherapie im Franziskus-Krankenhaus Linz zu sehen.
Marion Harrichhausen-Lukas" Bilder sind eindringlich. Sie wollen nicht gefallen, tun es aber trotzdem - wohl gerade deshalb. Sie erlauben einen Einblick in den persönlichen Werdegang der Ockenfelserin. "Zunächst habe ich nur abstrakt gemalt. Ich dachte, ich kann das mit dem Zeichnen nicht", blickt sie zurück. Es folgten großformatige Tierbilder, in denen sie feststellte, dass sie hervorragend zeichnen kann. Große, sanfte Giraffenaugen schauen den Betrachter an. Ein Schneeleopard mit magischen Augen blickt von der Leinwand, oder die verknitterten Augen eines großen Gorillas. Sie hat das Wesen der Tiere im beinahe abstrakten Ausschnitt festgehalten und erlaubt dem Betrachter einen Blick auf die Seele der Tiere, so wie die Künstlerin, sie wahrnimmt. "Der Weg geht jedoch wieder hin zur völligen Abstraktion", sagt Harrichhausen-Lukas.
"Meine Bilder beinhalten Kraft, Sensibilität und Lebensfreude. Das intensive Selbsterlebnis schlägt sich in der Materialvielfalt, den Farb- und Bildkompositionen nieder", meint sie. "Meine Werke reflektieren damit den Facettenreichtum des Lebens, wie ich ihn erlebe. Damit sollen meine Bilder auch ein Zeichen der Hoffnung und der Ausdrucksfähigkeit sein." Damit will die Künstlerin auch anderen Betroffenen Mut machen, sich auf diese individuelle Möglichkeit der Heilung einzulassen.
Sabine Nitsch