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Deutschland

Max Köhler († 2015) Biografie

Ein Träumer wird Maler und hat damit Erfolg

Max Köhler ist der Sohn eines Kunsthändlers und hat sich seit frühester Jugend mit Kunst befasst. Man kann sagen, dass ihn nichts anderes interessiert hat. Er machte eine Ausbildung zum Fotografen, studierte an der Freien Akademie in Mannheim Malerei und arbeitete lange als Fotoreporter und Textredakteur bei Tageszeitungen, ehe er sich mit 45 Jahren als freier Künstler selbstständig machte. Seither malt er mit Vorliebe Schwarzwälder Landschaften. Sein Stil ist am ehesten mit „Romantischer Realismus“ zu bezeichnen, wenn das nicht zu gegensätzlich klingt .

Köhler wurde 1942 in Pilsen im damaligen "Sudetengau" (heute Tschechische Republik) geboren und lebte die meiste Zeit seines Lebens im "Ortenaukreis", einem südbadischen Landkreis gegenüber von Straßburg. Er malt heute in D-77746 Schutterwald bei Offenburg, Hauptstraße 84, Telefon 0781 9903377. Er freut sich über Besuch, natürlich noch mehr über Käufer, weil er findet, dass Geld für Kunst die schönste Anerkennung ist, die es gibt. Außerdem lebt er ja davon.
siehe auch
www.koehler-max.de


Eine ausführliche Autobiografie Max Köhlers ist unter dem Titel "Kraut und Rüben" erschienen. Das Buch ist leider vergriffen und auch nicht mehr bei Köhler selbst erhältlich. Vielleicht gibt es noch gebrauchte Exemplare bei Amazon.

Ein Katalog mit einer Kurzbiografie und über 50 Abildungen seiner Gemälde kann unter Köhlers Adresse bestellt werden (43 Euro auf das Konto der Galerie Hansen überweisen).Titel:" Max Köhler - Tradition und Moderne", erschienen im Offenburger Schwarzwaldverlag.

Wenn Köhler beschrieben werden sollte, fiel meistens auch das Wort "Träumer". Die Tatsache, dass er mit 45 Jahren seinen gut bezahlten Job als Redakteur einer Zeitung hinwarf, um Maler zu werden, rief viel Kritik, Kopfschütteln oder gar Gelächter hervor. Der Beruf des Malers galt als brotlos. Wie konnte man nur so unrealistisch sein und als Familienvater (drei Töchter) einen derart aussichtslosen Beruf wählen. Aber bei Köhler ist, wie so oft, alles ein bisschen anders. Er hatte als Maler großen Erfolg. Seine Kinderportraits waren sehr schnell außerordentlich gefragt. Überhaupt schuf er als Folge seiner fotografischen Kenntnisse (er ist gelernter Fotograf) viele Protraits, die durch Charme, Lockerheit und Leichtigkeit bestachen, ohne die Ähnlichkeit zu vernachlässigen. Heute kann er 10.000.- Euro für ein Portrait verlangen, so dass man zugespitzt sagen könnte: Ein Träumer macht überraschend Karriere und überzeugt selbst bürgerliche Geister, die Erfolg gerne mit viel Geldvedienen gleichsetzen.
Erika Hansen-Lorenzen
 

Max Köhler
Photographer, editor, painter and writer
The painter Max Köhler was born on 17th November 1942 as the son of a German-Bohemian merchant and a southern French merchant's daughter. After highschool in Munich and an apprenticeship as a photographer in Karlsruhe and Offenburg in Baden, he studied painting in 1959 and 1962/63 at the Free Academy in Mannheim with Professor Berger-Bergner, a son of the director of the former Imperial Painting Collection in Prague (cf. also Die Kunst der verschollenen Generation (The Art of the Lost Generation) published by Econ in Düsseldorf). After four years as a freelance painter in Berlin from 1963 to 1967, he worked as a photo reporter at the Offenburger Tageblatt and the Stuttgarter Zeitung (in the jears from 1967-1973), as well as an editor at the Badisches Tagblatt and Schwarzwälder Bote. Since 1988 his main occupation has been that of a freelance painter, living today in Schutterwald near Offenburg.

After an expressive early phase of his painterly work in Berlin consisting mainly of portraits, he devoted himself from about the mid-1980 ever more to the landscape of Central Baden. Characteristic for his late style is a strong coloured romantic realism (cf. also Max Köhler – Tradition und Moderne (Max Köhler – Tradition and Modernity) published by Reiff-Schwarzwaldverlag in Offenburg).

Köhler has had about 70 exhibitions in Germany, France, Switzerland and Austria, including at the European Parliament in Strasbourg, at the German Central Bureau for Tourism in Vienna, at the Hans Thoma Museum in Bernau. From 1983, six-month periods of studies in Strasbourg, Freiburg, Aix-en-Provence, Soultz (Upper Alsatia) and Altenburg (Thuringia) interrupted his professional work in the studio. About 70 of his works are owned by public institutions.

Köhler has also been active as an illustrator for example “Wundersame Heimat Ortenau“ (Wonderful Home Ortenau) and as a writer („Liebe“ (Love), „Böse Geschichten aus dem Bollenhutland“ (Evil Stories from Pompon-Hat Land),“ Lieben in Straßburg“ (Loving in Strasbourg) and his autobiography „Kraut und Rüben“ (All Over the Place).

Comprising it can be said, that Köhler has a double talent, although in the distribution of these gifts painting was clearly favoured. Here he has succeeded in attaining a mixture of romanticism and strong colourfully, almost sketchy modern art, that emphasizes especially the feeling of loneliness (snow paintings). In any case, you looks in vain for people in his urban and landscape paintings. Portraits from his time in Berlin have an almost investigative character, as if he wanted to reassure himself that he had a species before him to which he was related. Only in later years Köhler's paintings developed to that cheerful relaxedness characterizing particularly his children's illustrations.

Köhler's numerous pompon-hat paintings are a special chapter. Here the hat seems to play a minor part. However, you have the impression, that he is trying to discover on the faces of these women, wearing traditional costumes, signs of human feelings, as if he were feeling his way forward into a strange country. However, these precise notations full of yearning are, what allow to emerge these faces with wonderful expressive power and beauty.

In my opinion, for Max Köhler words are to dig again, we have almost forgotten in the judgement of the modern paintings of the 20th century, a century of terrible wars and horrors: Beauty and yearning.
"Longing for peace and harmony" headlined the art critic Georgis Zwach from Lahr with regard to Köhler's paintings. Today Köhler is regarded worldwide as the revitalizer and modernizer of the painting of traditional costume and folk heritage. This proves the agreement, which he receives daily in the international internet art portal "Art Offer".

I would like to close with one, deeply to the hearts going word of the Italian philosopher Giorgio Agamben, that fits well on Köhler's paintings: "The silence of a beautiful face is the home of the people". In Köhler's portraits and landscapes we have found our home.


August 2009
Erika Hansen-Lorenzen
Max Koehler is the brother of the German winner of Nobel Prize for Medicine in 1984 Prof. Dr. Georges Koehler.




Fotograf, Redakteur, Maler und Schriftsteller
Heimatreporter, Heimatredakteur, Heimatmaler und Heimatschriftsteller

Der Maler Max Köhler wurde am 17. November 1942 als Sohn eines deutsch-böhmischen Kaufmanns und einer südfranzösischen Kaufmannstochter in Pilsen geboren. Nach Gymnasium in München und einer Fotografenlehre in Karlsruhe und Offenburg (Baden), studierte er 1959 und 1962/63 Malerei an der Freien Akademie in Mannheim bei Professor Berger-Bergner, einem Sohn des Leiters der ehemals kaiserlichen Gemäldesammlungen in Prag (siehe auch "Die Kunst der verschollenen Generation", erschienen im Düsseldorfer Econ-Verlag). Nach vier Jahren als Freier Maler in Berlin (1963-1967) arbeitete er als Fotoreporter beim "Offenburger Tageblatt" und bei der "Stuttgarter Zeitung” (1967 bis 1973) sowie als Textredakteur (Badisches Tagblatt und Schwarzwälder Bote). Seit 1988 lebt er als hauptberuflich freischaffender Maler, heute in Schutterwald bei Offenburg.

Nach einem expressiven malerischen Frühwerk, das überwiegend aus Portraits besteht (Berlin), widmete er sich etwa Mitte der achtziger Jahre zunehmend der Landschaft Mittelbadens. Kennzeichnend für seinen Spätstil ist ein farbkräftiger romantischer Realismus (siehe auch "Max Köhler – Tradition und Moderne", erschienen im Reiff-Schwarzwaldverlag, Offenburg).

Köhler bestritt etwa 50 Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Schweiz und Österreich, darunter im Europa-Parlament in Straßburg, in der Deutschen Zentrale für Touristik in Wien, im Hans-Thoma-Museum Bernau und im Museum Vogtsbauernhof Gutach/Schwarzwald. Ab 1983 unterbrachen jeweils etwa sechsmonatige Studienaufenthalte in Straßburg, Freiburg, Aix-en-Provence, Soultz (Oberelsaß) und Altenburg (Thüringen) sein Berufsleben bzw. seine Atelierarbeit. Etwa 70 seiner Werke befinden sich in öffentlichem Besitz.

Köhler betätigte sich auch als Illustrator ("Böse Geschichten aus dem Bollenhutland", "Wundersame Heimat Ortenau") und Schriftsteller ("Liebe", "Böse Geschichten aus dem Bollenhutland", "Lieben in Straßburg" und seine Autobiografie "Kraut und Rüben").

Insgesamt kann man bei Köhler von einer Zweifachbegabung sprechen, wenn auch bei der Talentverteilung die Malerei eindeutig bevorzugt wurde. Hier gelang ihm eine Mischung aus Romantik und starkfarbiger, fast skizzenhafter Moderne, die besonders das Gefühl der Einsamkeit betont (Schneebilder). Manche sprechen deshalb auch von einem autistisch belasteten Köhler. Auf seinen Landschaftsgemälden und Städtebildern sucht man jedenfalls Menschen vergeblich. Seine Portraits aus seiner Berliner Zeit haben einen fast forschenden Charakter, als ob er sich vergewissern wollte, dass er eine Spezies vor sich habe, mit der er verwandt ist. Köhlers Bildnisse entwickelten erst in späteren Jahren jene heitere Gelöstheit, die besonders seine Kinderbildnisse auszeichnet.

Ein besonderes Kapitel sind Köhlers zahlreiche Bollenhutbilder. Hier scheint der eigentliche Bollenhut eine Nebenrolle zu spielen. Wieder hat man den Eindruck, dass er auf den Gesichtern der Trachtenträgerinnen menschliche Gefühlsregungen zu entdecken sucht, als ob er sich in ein fremdes Land vortastete. Gerade diese genauen und sehnsuchtsvollen Notate sind es aber, die Gesichter von wunderbarer Ausdruckskraft und Schönheit entstehen ließen.

Es sind meiner Meinung nach bei Max Köhler Wörter auszugraben, wie wir in der Beurteilung der modernen Malerei des 20.Jahrhunderts, eines Jahrhunderts fürchterlicher Kriege und Gräuel, fast schon vergessen haben: Schönheit und Sehnsucht. "Sehnsucht nach Ruhe und Harmonie", überschrieb die Lahrer Kunstkritikerin Georgis Zwach Köhlers Malerei. Insgesamt gilt Köhler heute weltweit als der Erneuerer und Modernisierer der Trachten- und Heimatmalerei. Das beweist die Zustimmung, die er in dem internationalen InternetKunstportal "Artoffer" täglich erhält.

Lassen Sie mich mit einem tief in die Herzen gehenden Wort des italienischen Philosophen Giorgio Agamben schließen, das gut auf Köhlers Malerei passt: "Das Schweigen eines schönen Gesichts ist die Heimat des Menschen". In Köhlers Bildnissen und Landschaften haben wir unsere Heimat gefunden.
August 2009

Erika Hansen-Lorenzen

 

Max Köhler starb am 22. Juli 2015 an seinem schweren Herzleiden. Bis zum letzten Tag war er voller Optimismus und noch am Tag vor seinem Tod habe ich ihm einen Eimer weiße Farbe besorgen müssen, weil er einige Bilder fertigstellen wollte. Sie stehen noch auf seiner Staffelei im Atelier mit den vielen anderen Bildern.
Wir vemissen ihn sehr, einen so wunderbaren Menschen, einen fantastischen gefühlvollen Maler, der den Menschen so viel gegeben hat mit seiner Kunst. Er war der erste in den 70/80er Jahren , der den Mut hatte, "Heimat", und das in gegenständlicher und doch moderner Manier, darzustellen. Und dafür haben ihn die Bilderfreunde nicht nur geliebt. Aber die Nachrufe schreiben eine eindeutige Geschichte: er war ein Großer in der Kunst. Viele Menschen sind geschockt und trauern um ihn. Wir werden ihn nicht vergessen - dafür sorgen hunderte Bilder bei den Menschen, die mit ihnen leben und sich täglich daran erfreuen.
Galerie Hansen