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Schweiz

Rudolf Lehmann Porträt

EINIGE PHILOSOPHISCHE GEDANKEN UND ERKLÄRUNGEN ZU MEINER MALEREI.

Meine Malerei begleitet mich seit 1983 auf meinem Lebensweg. Interessanterweise vernachlässigte ich das Malen auch während meiner Drogenzeit nicht. Es war mir nicht möglich einfach alles in eine zugedröhnte Ecke meines Hirns zu verbannen. Trotz 9 Stunden täglicher Fabrikarbeit, die mir das nötige Geld für meinen Lebensunterhalt und die Drogen einbrachten, malte ich oft bis 2:00 Uhr nachts und das ganze Wochenende. Doch in den sieben Jahren ohne Drogen male, zeichne und überlege ich, wie die nächste weisse, leere Leinwand bearbeitet werden soll, täglich zwischen 8 und 14 Stunden.
Als kurze Einleitung möchte ich meine Vorbilder der modernen Klassiker, die mich seit ich male begleiten und inspirieren, vorstellen. Einer der bei mir als das Genie der Expressionisten gilt, ist Edvard Munch. An seiner Kunst fasziniert mich seine Ehrlichkeit die oft erschreckend auf seine Philosophie hinweisst. Munch ist für mich der Vater des Expressionismus, obwohl zu seiner Zeit das Wort Expressionismus für die Kunst noch keine Bedeutung hatte. Die ersten Expressionisten entwickelten sich nach dem 1.Weltkrieg und wurden unter dem Namen "Blaue Reiter" bekannt. Unter ihnen befand sich auch Otto Dix, welchen ich auch sehr bewundere. Er hatte den Mut Bilder zu malen die, die Schrecken, das Grauen und die Sinnlosigkeit der Kriege zeigten. Er hatte jedoch auch eine ganz andere Seite. Er malte ebenso leidenschaftlich wundervolle, malerische Landschaften und ausdrucksstarke Akte. Ich male ähnlich wie Dix, einmal ein Porträt, einen Akt und dann wieder ein Bild der Gefühle & Gedanken im Moment. Solche Bilder sollen den Betrachter aufrütteln, zum Nachdenken anregen und ihm zeigen, was man sonst lieber übersieht. Was auch in die Lebensgeschichte so mancher Künstler wie, Dix, Munch, Beckmann, Kirchner, Schiele und etlichen anderen gehört, ist die Tatsache, dass sie alle Alkohol, Drogen und andere Substanzen brauchten, um ihr Leben zu meistern. Munch versuchte in der Basler Uniklinik mehrere male vom Alkohol und Amphetamin runter zu kommen. Nach X Versuchen schaffte er es schliesslich, über 60 Jahre alt, seine Sucht zu besiegen.
Wenden wir uns nun Vincent Van Gogh zu, der genauso erwähnenswert und Gegensätzlich ist. Van Gogh ist einerseits ein Impressionist, als Expressionist jedoch genau so genial. Leider galt er zu Lebzeiten als wirr und verrückt und war trotzdem ein Genie. Er war, wie viele Genies, seiner Zeit zu weit voraus und wurde dadurch von den Meschen nicht verstanden. Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass Van Gogh, als malender Wirrkopf nur ein einziges Bild in seinem kurzen Leben verkaufen konnte. Er verstarb 36 Jahre jung an den Folgen einer Kugel, die er sich selber in den Bauch schoss. Heute werden für Bilder von Van Gogh teilweise mehr als 100 Millionen Dollar bezahlt. Was Vincent Van Gogh wohl dazu sagen würde?
Jetzt machen wir einen Zeitsprung und landen in der Gegenwart. Ruedi Lehmann, meine Malerei fand ihren Einstieg über den Surrealismus (Salvador Dali) und später den Expressionismus. Ich würde meine Arbeiten als zusammenfügen von diversen Stilrichtungen, verbunden mit den Erfahrungen die ich bis jetzt, beim Malen und im Leben gesammelt habe, bezeichnen. Als erstes suche ich ein Motiv, welches in der Planungszeit eines Bildes, als die Idee des Momentes gilt. Dann mische ich Farben, die mir als Ausgangslage dienen. Nun muss ich meine Idee zu einem vollständiges Werk hinbringen. Indem ich oft improvisiere und mich auf diese Weise zu dem Bild hintaste, ohne genau zu wissen wie das Ergebnis aussehen wird. Diese Art zu malen ist für mich der beste Weg, hin zu einem gutem und aussagestarkem Bild, was schlussendlich das Ziel meines Schaffens ist. Natürlich befriedigt mich nicht jedes meiner Werke. Was mir jedoch sehr wichtig ist, ich will nicht
schubladisierbar sein. Ich versuche immer das zu malen, was zwischen mir und dem Model steht (das unmögliche zu ermöglichen)!" Meine Malerei soll bei jedem neuen Bild ein Versuch, eine Studie sein, um mich bis ans Limit zu puschen. Somit ist keines meiner Bilder von Anfang bis Ende voll durchgeplant. Meine unumstössliche Meinung ist, Bilder sollten aus einer konkreten Grundidee und bewusster Farbverteilung (Schatten, Licht), Vorstellungskraft (Vision) und Improvisation, ausgehen und erarbeitet werden. Bilder sollten eine Geschichte erzählen. Ich glaube jeder Kunstliebhaber hat genug Phantasie, dass er fühlen kann, was der Künstler und das Werk ihm mitteilen wollen. Pablo Picasso sagte einmal: "Kunstschulen sind oft eine Bremse für Phantasie, Kreativität und innovatives Schaffen. Dadurch laufen Kunstschüler Gefahr, in eine Richtung gedrängt zu werden, in der sie ohne autoditaktisches arbeiten und lernen keinen individuellen Stil entwickeln können." Kunstschulen sind aus meiner Sicht keine Gefahr für die freie Kunst, sofern die Schüler nicht vergessen, eigene Ideen, Gedanken, Gefühle und Stile, zu entdecken. Ich selbst habe in 4 Jahren an der Kunstschule Techniken, Perspektive und Proportionen kennen gelernt. Also, kurz und verständlich: Meine Werke entstehen aus drei Punkten. Das Gefühl, der Gedanke der schöpferischen Vorstellungskraft und der Improvisation. Ich male bis ich spüre, wenn ich jetzt weiter arbeite, ruiniere ich mein Bild. Ab und zu überschreite ich das Limit absichtlich, um in neue, unbekannte Dimensionen vorzudringen. Wenn ich dann auch vor einem Chaos Bild stehe, hat mich das doch einen kleinen Schritt vorwärts gebracht und mir gezeigt, dass es in der Kunst kaum Grenzen gibt. Ich lege Wert darauf, dass ein fertiges Bild von mir den Betrachter zum Nachdenken anregt. Wenn ich dann sehe und spüre, dass die Betrachter meiner Bilder sich ihre eigenen Gefühle, Phantasien und Gedanken machen, fühle ich mich meinem Ziel einen Schritt näher. Ich möchte mitteilen und anregen, nicht NUR dekorieren! Ich möchte den Menschen klar machen, dass jeder einzelne von uns, vieles verändern kann. Eine Menge Philosophen haben mich mit ihren Theorien überzeugt, dass es nicht nur im grossen möglich ist etwas zu tun. Also packt dort an wo ihr gerade seit und wo Hilfe gebraucht wird.

Zum Schluss noch einige meiner liebsten Sprüche:

Einstein: "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum
und die Menschliche Dummheit. Wobei ich mir
beim Ersten nicht ganz sicher bin."

Demokrit: "Pflege das Denken nicht das Wissen!"

Sokrates: "Ich weiss, dass ich nichts weiss!"

Descartes: "Ich denke, also bin ich!"


Ruedi Lehmann:" Schau nach vorne und glaube an dich, so kannst du nie verlieren!" Ich glaubte 37 Jahre lang ich sei "NUR" ein Verlierer und verlor immer wieder. Seit 1995 gewinne ich, weil ich das Schicksal akzeptiere und negative Einflüsse verarbeite, so lange bis meine Gedanken und Gefühle wieder im Lot sind. Maxime:
"Jeder Tat geht ein Gedanke und jedem Gedanken ein Gefühl voraus!"



 
Rudolf Lehmann
Rudolf Lehmann
Rudolf Lehmann
Für diesen Flyer hat mich das Bistum Osnabrück um die Verwendung meines Bildes "Verschiedene Gesichtspunkte" gebeten.

Wenn es um die Belange der Jugend geht, bin ich immer gerne bereit mitzuhelfen. Ich finde es heute in unserer Multikulturellen Zeit sehr wichtig jungen Menschen beizubringen, dass es Toleranz, Veständnis und Soziales Verhalten braucht, um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.

Einer der Workshops die hier den Religionslehrer(innen) angeboten werden, ist z.bspl:
Mit Acrylfarbe und Pinsel ein eigenes "Gottes-Bild" entwickeln.
Ziel ist es ,das, was wir an Gottesbeziehung in uns selbst spüren, in Farben und Formen zum Ausdruck zu bringen und auf diese Weise mit uns selbst und mit Gott ins "Gespräch" zu kommen.
Zitat C. K.