Hannes und Corsin Vogel - 80, 90 und weitere Jahre nach Segantini

6. Juli bis 20. Oktober 2013

Im Aufzeigen biografischer, wenn auch zeitlich verschobener Übereinstimmungen und im
konzisen und analysierenden Herausarbeiten künstlerischer Parallelitäten zu Giovanni
Segantini kommt Hannes Vogel zu frappanten Resultaten. Wie Segantini ist auch Vogel
ein passionierter Berggänger und genauer Beobachter. Bei beiden geht die Wahrnehmung
einher mit dem Drang nach Erkenntnis und Deutung von Gesehenem und Erlebtem.
Zwischen Segantinis Blick auf die Berge und Vogels Sicht auf dieselben Landschaftsräume
liegen allerdings nicht nur Jahrzehnte, sondern enorme gesellschaftlich-soziale, wirtschaft-
liche und kulturelle Umwälzungen. Segantini starb, bevor der Tourismus die Berge ent-
deckte, bevor der erste Stausee gebaut wurde. Mit konzeptueller Schärfe und Stringenz
arbeitet Hannes Vogel die Divergenzen in der Wahrnehmung derselben Berglandschaften
heraus.

Im Vorraum zum Segantini Museum St. Moritz zeigen Hannes und Corsin Vogel eine
Ton/Bild-Installation zu Wetter und Sturm. Was geblieben ist, sind Gewitter, Sturmwinde
und Verwehungen. Davon berichtet die Installation ebenso wie von Segantinis Beschrei-
bung der Wetter, die er 1889 und 1890 jeweils am ersten Januar notiert hat. Sein Blick
zurück zur Segantinihütte wird in der Drehung seiner Büste von Paolo Trubetzkoy zum
realen Bezug des Betrachters vor Ort in der Ausrichtung des Museums auf den Schaf-
berg. Das Segantini Museum ist der Ort, wo wir auch Segantinis Bildern begegnen.
Hannes und Corsin Vogel.
80, 90 und weitere Jahre nach Segantini
(c) Foto: Segantini Museum St. Moritz
Hannes und Corsin Vogel.
80, 90 und weitere Jahre nach Segantini
(c) Foto: Segantini Museum St. Moritz