Artist Member seit 2006
75 Werke
· 22 Kommentare
Israel
Der 1965 geborene Maler Raphael Perez (sein Name ist Rafi Peretz auf Hebräisch) lebt und arbeitet in Tel Aviv und begann 1989-1992 ein Kunststudium am Beer Sheva College of Visual Arts. Er malt in zwei Hauptstilen, einem realistischen Stil und einem naiven Stil.
Realistische Gemälde. Die frühe Schaffensperiode des Künstlers ist durch eine klare Einteilung seiner Bilder in Themen wie Frau, Mann, Mann und Frau, zwei Frauen und zwei Männer gekennzeichnet.
Die angewandten Techniken zeichnen sich durch Scharfsinn und Akribie aus, wobei sanfte Farbsetzung, Ausdruckskraft und Materialismus die Zurückhaltung symbolisieren, die der Künstler in dieser Zeit seines Lebens erlebte. Es war die Zeit, in der der Künstler Beziehungen zu Frauen pflegte.
In den Jahren 2003–2005 habe ich eine Serie von 17 Porträts von Aktivisten aus der Schwulengemeinschaft in Israel in einem hyperrealistischen Stil angefertigt
Ganz überwiegend handelt es sich darum, ob körperliche Erscheinungen wahrnehmbar werden dürfen, meist solche, über welche der Mensch nicht frei oder nicht ganz frei entscheiden kann: Räkeln, Gähnen, Niesen, Ausscheidungen jeder Richtung und jeder Form, sexuelle Merkmale, sexuelle Verhaltensweisen, Wunden, Krankheiten, besondere Körperformen (angeboren oder erworben). Sowohl Anziehendes als auch Abstoßendes konnte und kann als obszön gelten. In Japan z.B. verursacht der Wunsch, Urinier- und Stuhlganggeräusche durch ständiges Betätigen der Klosettspülung möglichst zu überdecken, hohen Wasserverbrauch. Beim Volk der Tuareg wiederum bedecken die Männer ihren Mund mit einem Schleier. Für sie gilt das Zeigen dieses Körperteiles als obszön.
Welche Gefühle einbezogen sind und wo die Verletzung beginnt, hängt vom Empfinden und den Gewohnheiten der Beteiligten ab. Diese Bedingungen wiederum richten sich nach Bildung, Kultur, Religion, Moral und ähnlichen Werten, die entsprechend ethnischer oder gesellschaftlicher Zugehörigkeit, sogar individuell verschieden sein können. Auch historisch kann dieselbe Erscheinung in der einen Epoche abgelehnt, in der anderen hingenommen oder sogar als Mode gepflegt worden sein.
Das bekannte Bonmot „Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?“ (oft, aber fälschlich Martin Luther zugeschrieben) ist ein Beispiel dafür.
Die Empfindung „obszön“ kann von Wahrnehmungen jeder Art ausgelöst werden: Eine Person mit den fraglichen Merkmalen (z. B. ein sichtbar entstellter Mensch im öffentlichen Bad), Kleidung, wenn sie gewisse Körperteile sichtbar (Haupthaar, sekundäre Geschlechtsmerkmale, Nabel, Knie, Knöchel), oder unsichtbar (wie das Verhüllen des gesamten Körpers beim Tragen der Burka) werden lässt, Verhaltensweisen (Kuss in der Öffentlichkeit, exhibitionistische Entblößung), gesprochener oder geschriebener Text (Witz, Schimpfwort), eine Geste („Stinkefinger“), Bilder jeder Art von der Wandkritzelei über die Werbeanzeige bis zum großflächigen Plakat, auch Gegenstände, die eine Verletzung ausmachen oder ihre Ursache sein können (z. B. Knochen, Waffen, Schneidewerkzeuge, Narben als Schmuck, Metallspitzen auf der Kleidung).
Es ist nicht möglich, die Grenze zwischen „obszön“ und „nicht obszön“ nach sachlichen Merkmalen zu bestimmen. Die eigentliche Schwelle liegt im subjektiven Empfinden des möglicherweise Verletzten. Die Schwelle kann ohne verletzende Absicht überschritten werden, wenn für die Beteiligten unterschiedliche Werte gelten. Manche überschreiten die Schwelle mit Vorbedacht, um den Anderen an seinen Werten zu packen oder um die Werte des Anderen anzufechten. Obszönität bedeutet immer Grenzverletzung, auch Tabu-Bruch und (in einem weiteren Sinne) Kampf suchen.
missalzapiedi@hotmail.com